Bandscheibenvorfall - Ursachen

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Die Ursachen für einen Bandscheibenvorfall sind vielfältig. Als gemeinsamer Nenner der Ursachen für einen Bandscheibenvorfall können jedoch negative Einwirkungen auf die Wirbelsäule und die Bandscheiben genannten werden, denen nicht standgehalten werden kann:

Übergewicht als Ursache für einen Bandscheibenvorfall

Eine häufigste Ursache für einen Bandscheibenvorfalls oder eine Bandscheibenvorwölbung ist Übergewicht des Betroffenen.

Medizinische Forschungen haben ergeben, dass übergewichtige Personen, gleich ob Männer oder Frauen, ein doppelt so großes Risiko haben, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden als normalgewichtige Personen. Studien haben ergeben, dass bis zu 73 Prozent der übergewichtigen Personen mit Bandscheibenproblemen zu kämpfen haben.

Bei Übergewicht ändert sich die Köperform und der Schwerpunkt des Körpers kann sich verschieben. Hierdurch kann es zu eine Fehlhaltung der Wirbelsäule und damit verbunden zu einer Fehlbelastung der Bandscheiben kommen.

So zeigen Untersuchungen im Magnet-Resonanz-Tomografen (MRT) zeigen, dass die Bandscheiben bei einer übergewichtigen Person deutlich stärker abgenutzt sind als dies bei einer normalgewichtigen Person vergleichbaren Alters der Fall ist. Bei adipösen (fettleibigen) Menschen zeigt sich aufgrund des Körpergewichts vielfach sogar eine Degeneration im Endstadium. Das heißt die Bandscheibe ist bereits so verschließen, dass sich die Zwischenräume zwischen den Wirbel stark verengt haben. Zusätzliches Gewicht belastet die Bandscheiben und erhöht das Risiko eines Bandscheibenvorfalls.

In unsere Gesellschaft nimmt die Zahl an übergewichtigen und adipösen Personen stetig zu, es ist also damit zu rechnen, dass es künftig zu einer vermehrten Zahl von Bandscheiben- und Rückenproblemen kommt. Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass immer mehr Menschen sitzende Tätigkeiten ausüben, was zu Fehlhaltung und Fehlstellungen der Wirbelsäule führen kann.

Hinzukommt starkes Übergewicht oft mit einem Bewegungsmangel einhergeht, der einen zusätzlichen negativen Einfluss  auf die Bandscheibengesundheit hat, wie unten genauer beschrieben.

Fehlbelastung bzw. Überlastung als Ursache für einen Bandscheibenvorfall

Einmalige intensive und akute Belastungen können einen Bandscheibenvorfall auslösen, wie zum Bespiel bei einem Unfall oder dem Anheben und Tragen von schweren Gegenständen. Solche Einwirkungen führen zu kurzfristigen und sehr starken Krafteinwirkungen auf die Bandscheibe, die die Bandscheibe verformen oder aus ihrer natürlichen Position pressen können.

Tipp für das Heben schwerer Gegenstände: Bei Heben schwerer Gegenstände solltest Du darauf achten, Dich möglichst nah an den Gegenstand Heranzustellen, um zu gewährleisten, dass der Gegenstand nahe an deinem Körperschwerpunkt ist, denn je weitere der Gegenstand vom Körperschwerpunkt entfernt ist, umso größer wird die Belastung auf die Wirbelsäule. Beim eigentlichen haben sollte, die Kraft aus den Beinen geholt werden und darauf geachtet werden, dass der Rücken gerade ist, was durch Anspannung der Buchmuskeln gewährleistet werden kann. Es gilt die Redewendung „Aus den Beinen haben, nicht aus dem Rücken“.

Tipp für das Tagen schwerer Gegenstände: Auch beim Tragen schwerer Gegenstände sollte darauf geachtet werden, dass der Rücken möglichst gerade bleibt, was ebenfalls durch das dauerhafte Anspannen der Bauch- und Rückenmuskulatur erreicht wird. Bitte achte auch darauf, nicht ins Hohlkreuz zu fallen.

Bewegungsmangel als Ursache für einen Bandscheibenvorfall

Wie wir bereits dargestellt haben, ist bei Bandscheibe für ihre Versorgung mit Nährstoffen auf Bewegungen angewiesen, da sie keine eigens Versorgungssystem verfügt. Wie bei einem Schwamm wird bei jeder Belastung Flüssigkeit aus der Bandscheibe gepresst und bei der Entlastung wieder in die Bandscheibe aufgesaugt. Dieses durch aktivitätsabhängige „Durchwalken“ der Bandscheiben ein essentieller Bestandteil der Nährstoffversorgung der Bandscheibe und hält die Bandscheiben gesund, belastbar und elastisch.

Fehlen die für die Nährstoffversorgung erforderlichen Bewegungen verkümmert die Bandscheibe und verliert ihre Elastizität, Zähigkeit und ihr Volumen.

Die Wirbelsäule wird durch die um sie herumliegende Rückenmuskulatur gestützt. Je stärker die Rückenmuskulatur, um so besser schützen die Muskeln die Bandscheibe bei Belastungen. Bei einem Bewegungsmangel fehlt es  an einer ausreichenden (Unter-)Stützung der Wirbelsäule und Belastungen wirken unmittelbarer auf die Bandscheibe-

Wer also wenig Sport treibt, vermindert daher zum einen die ausreichende Nährstoffversorgung der Bandscheibe und verhindert die ausreichende Unterstützung der Bandscheibe durch die Rückenmuskulatur.  Regelmäßiges Rückentraining ist daher unerlässlich, um einen Bandscheibenvorfall zu vermieden oder eine Wiederholung zu vermeiden.

Zuviel/Falsches Sitzen als Ursache für einen Bandscheibenvorfall

Die Deutschen gehen überwiegend Tätigkeiten im Sitzen nach, zum Beispiel im Büro. Langes und gezwungenes Sitzen hatte vielfache negative Auswirkungen auf die Wirbelsäulen und Bandscheibengesundheit des Menschen.

So fördert langes Sitzen den Bewegungsmangel und führt zu Fehlhaltungen, da vielfach versucht wird eine möglichst bequeme Sitzposition einzunehmen. Die bequemste Sitzposition ist aber nicht immer die gesündeste für die Wirbelsäule, vielmehr fördert das oftmals gekrümmte Sitzen zu Fehlstellungen der Wirbelsäule, was zu Fehlbelastungen der Bandscheiben führt.

Zudem kann dauerhaftes Sitzen zu einer Verkürzung der Rücken. Und Rumpfmuskulatur führen. Durch diese Verkürzung erhöht sich der Druck auf die Bandscheiben, so dass diese einer permanente Belastung ausgesetzt sind. So verdoppelt sich die Belastung auf die Bandscheiben beim gekrümmten Sitzen um bis zu 200 Prozent im Vergleich zum aufrechten Stehen.

Nicht umsonst gibt es mittlerweile den geflügelten Ausdruck „Sitzen ist das neue Rauchen“.

Falsches Schlafen/Liegen als Ursache für einen Bandscheibenvorfall

Auch falsches Schlafen bzw. Liegen kann sich negativ auf die Gesundheit der Wirbelsäule auswirken.

Auch hier sind die Gründe vielfältig.

Die Bandscheiben haben – wie hier bereits erläutert – über kein eigenes Nähstoffversorgungssystem und sind daher für die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser auf Bewegungen angewiesen. Während des Schlafes verändert der Mensch seine Lage jede Nacht zwischen 30 und 60 Mal unwillkürlich. Diese Bewegung sind für die Bandscheiben essentiell, weil hierdurch zum einen Nährstoffe und Flüssigkeit aufgenommen wird und zum anderen lange einseitige Belastungen der Wirbelsäule und Bandscheiben verhindert werden.

Zwar kann man grundsätzlich nur die Einschlafposition bewusst bestimmen, der Körper sorgt jedoch automatisch im Schlaf für eine Entlastung ein schlechten Schlafpositionen

Zu weiche Matratze                                                                                            

Eine zu weiche Matratze kann diese natürliche Positionswechsel verhindern, dass man sich im Schlaf ausreichend bewegt. Als folge kann es zu einseitigen Belastungen und mangelnder Nährstoff- und Flüssigkeitsaufnahme kommen.

Bauchlage ungünstig für Halswirbelsäule

Manche Schafpositionen sind besonders ungünstig für die Wirbelsäule und die Bandscheiben. Dies ist zum einen die Bauchlage.  Beim Schlafen in Bauchlage kann es zu einer Überstreckung der Halswirbelsäule und Verspannungen der Nackenmuskulatur kommen. Hierdurch kommt es zu erhörtem Druck auf die Wirbel und Bandscheiben.

Embryonalstellung ungünstig für die Bandscheiben

Viele Menschen schlafen in der Embryonalstellung. Dabei ist die Embryonalstellung besonders günstig für die Wirbelsäule und Bandscheiben. In dieser Schlafposition krümmt man sich wie ein Baby zusammen, zieht beide Beine eng an den Brustkorb. Vom oben betrachtet, erinnert die Position an ein „Sitzen im Liegen“. Dass so viele Menschen die Embryonalstellung favorisieren erklärt daher sich leicht. Wie wir bereits festgestellt haben, verbringen die Menschen in Deutschland die meiste Zeit des Tages im Sitzen. Eine gestreckte Position erscheint daher nicht so bequem, wie eine gekrümmte Haltung, so dass unbewusst eine „sitzende“ Haltung auch im Schlaf eingenommen wird.

In der Embryonalstellung kommt es zu einer Kürzung der Rücken- und Rumpfmuskulatur, was wiederum zu einem erhöhten Druck auf die Bandscheiben führt..

Zudem wird das Zwerchfell und der Brustkorb eingeengt, was die Atmung erschwer.

Zusätzlich wird auch der Rücken und Nacken stark gebogen

Alter als Ursache für einen Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall kann auch altersbedingt auftreten.

Bereits ab dem 20. Lebensjahr kann reduziert sich die Fähigkeit des gallertartigen Bandscheibenkerns Flüssigkeit zu speichern der Bandscheibenkern verliert der Bandscheibenkern. Hierdurch verhärtet sich der Bandscheibenkern verhärtet und er verliert an Dämpfungsvermögen.

Zudem verliert das Bindegewebe in der Bandscheibenhülle mit zunehmendem Altem an Elastizität.

Durch den natürlichen Alterungsprozess (Degeneration) und die stetige Belastung über Jahre und Jahrzehnte wird die Bandscheibenhülle spröde und rissig. Der Faserring verschleißt und wird instabil. Dies hat zur Folge, dass die Gefahr die knorpelartige Bandscheibenhülle reißt und das gallertartige Innere der Bandscheibe hervortritt.

Wirbelsäulenveränderung als Ursache für einen Bandscheibenvorfall

Auch Veränderungen der Wirbelsäule können Auslöser für einen Bandscheibenvorfall sein, wie zum Beispiel Fehlstellungen oder Wirbelveränderungen. Diese können durch Entzündungen, Tumore oder Wirbelbrüche entstehen oder von Geburt an bestehen.